Liveübertragung vom BR-KLASSIK Cinema-Team Antonia Goldhammer und Matthias Keller

Nacht der Filmmusik BR RO_klein
Arrivierte Komponisten treffen auf junge Nachwuchskünstler. Statt globalisiertem Event greift authentische lokale Kultur, eben „Filmmusik made in Bavaria“.

Besucher erwartet ein mitreißender Abend mit einer Bandbreite filmmusikalischer Werke von mehr als 50 Komponistinnen und Komponisten. Wer Geschichten mag, ist hier richtig aufgehoben. Ziel ist eine umfangreiche Auseinandersetzung mit dem Genre „Filmmusik“, das es schafft, unterschiedliche stilistische Richtungen zu vereinen.

Im Großen Konzertsaal sorgt das Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung des Chefdirigenten Ulf Schirmer beim Publikum für Schmunzeln und Gänsehaut. Klaus Doldinger lässt es sich natürlich nicht nehmen, im Jahr seines 80. Geburtstages selbst das Saxophon zu schwingen. Auf den Orchesterpart folgen die Munich Sound Traxx, die mit „Raumpatrouille Orion“, „Hey, hey Wickie“ und „Männerhort“ zum Mitgrooven anregen. Im Kleinen Konzertsaal verschmelzen bei den „Stars von Morgen“ Bild und Ton: Studierende der Musikhochschule haben die drei HFF-Filme „Sibylle“, „Ohne Atem“ und „Skater 4“ neu vertont und zeigen Ausschnitte live und zur Leinwand. Auch bei der Franz-Grothe-Preisverleihung kommt der Nachwuchs zum Zug.

Wen das „Making-of“ interessiert, der erhält bei den Komponistengesprächen im gemütlichen Kaminzimmer einen einmaligen Einblick in den Schaffensprozess der Musikautoren. Namhafte Komponisten wie Christoph Zirngibl, Martina Eisenreich, Marcel Barsotti, Christian Bruhn, Enjott Schneider oder Gerd Baumann plaudern aus dem musikalischen Nähkästchen und stehen Rede und Antwort.

In der Opernschule weht dieses Jahr ein neuer Wind: Verschiedene Gruppen widmen sich hier auf ihre Art dem Thema Filmmusik. Tobias PM Schneid stellt seine Neukomposition für den 1927 gedrehten Klassiker „Berlin. Die Sinfonie der Großstadt“ vor, der anlässlich des Münchner DOK.festes im Mai uraufgeführt werden wird. Die Deutsch-Brasilianerin Verena Marisa Schmidt, die bereits an Tatort-Vertonungen mitwirkte, stellt ihre Band Parasights vor. Für das 25-jährige Tatort-Jubiläum der Münchner Ermittler Batic und Leitmayr arbeiten zwei Generationen bereits fieberhaft an der Filmmusik. Regisseur Max Färberböck, bekannt durch den Kinofilm „Aimée und Jaguar“ und Kompositionsstudent Richard Ruzicka geben Preview- Einblicke in der Tatort „Mia san jetzt da wo’s weh tut“.

Neben Live-Darbietungen sind auch Sound- und Videoinstallationen geplant, bei der Studierende der HFF gemeinsam mit dem Filmkomponisten Alexander Maschke einen Bogen in die Moderne spannen und das Gebäude mit belasteter Vergangenheit nach dem Motto „Kunst sprengt Grenzen“ zu neuem, kreativen Leben erwecken.

 

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